Als ich heute aus dem Fenster in den Garten schaute, sahe ich „Vader Amselhahn“ bei seiner täglichen Futtersuche. Offensichtlich hat er noch Junge zu versorgen.
Wenn er nicht grad Futter für die Kleinen sucht, genehmigt er sich angebotene Futterrosinen, trinkt und/oder badet am Teich.
Heute zeigte er aber auf einmal ein sehr komisches Verhalten. Im Rasen nahe des Teiches breitete er seine Flügel und das Schwanzgefieder extrem aus, drückte sich an den Boden und streckte den Kopf mit geöffnetem Schnabel in die Höhe.
Das Ganze wirkte, als wäre er krank oder verletzt. Dann zwischendurch kratzt und putzt er sich, dann verfällt er wieder in diese seltsame Haltung.
Ich greife schnell zu Kamera, aber plötzlich, als ob nichts gewesen wäre, geht er wieder in die Futtersuche über. Also leider keine Belegaufnahme.
Auf einmal sehe ich eine junge Blaumeise, die ähnliches Verhalten zeigt, allerdings auf der Rankhilfe, wo die Futterspender hängen.

Jetzt fällt mir nur eine Erklärung für das Verhalten der Amsel ein: Einemsen!
„Emse“ ist eine veraltete Bezeichnung für die Ameise.
Das Einemsen ist letztendlich „sich in einen Ameisenhaufen“ setzen.
Vögel wie zum Beispiel der Eichelhäher machen das häufig. Die Ameisen fühlen sich bedroht und spritzen Ihre Ameisensäure auf den Vogel. Dieses hilft gegen Milben im Gefieder.
Allerdings habe ich das noch nie bei einer anderen Vogelart als dem Eichelhäher beobachtet.
Später konnte ich noch Stare bei identischem Verhalten entdecken.

Ich habe sehr viele Ameisen im Rasen, also könnte das wirklich die Erklärung sein.
Komisch, das genau heute bei den warmen Temperaturen, dieses Verhalten so häufig zu sehen war. Ob die kleine Blaumeise das Verhalten nur nachgeahmt hat?!
Habt ihr ähnliche Beobachtungen gemacht?
MfG L.E.
































