Archiv der Kategorie: Birding

Nachtrag zu Uhu-Gelege in Wanderfalkenkasten

Ich hatte ja vorab berichtet, dass eine Uhufamilie den Nistkaster für Wanderfalken am EWB-Gebäude in Kirchlengern bezogen hat. Es kam die Befürchtung auf, dass die Uhus bei der „Feindlichen Übernahme“ das Falkenpaar sich einverleibt hätten.

Das ist erfreulicher weise nicht der Fall. Das Wanderfalkenpaar hält sich noch im Nahbereich ihrer eigentlichen Niststätte auf und versucht auch sporadisch den Kasten an zu fliegen.
Grüße
Peter Schubert

Das Liebesleben der Kernbeißer!

Die Kernbeißer führen eine monogame Brutehe, welche wohl über mehrere Jahre hinweg hält.

Heute waren gleich 2 Paare an den Futterstellen, wobei eines davon dominierte und das andere immer wieder von den Futterstellen wegjagte.

Das Weibchen saß stets etwas abseits und stiess ununterbrochen ihren recht unscheinbaren Ruf aus.

Das Männchen wirkte davon unbeeindruckt und labte sich an den Sonnenblumenkernen.

Tatsächlich flog er dann aber schnurstracks zu der Dame seines Herzens und überreichte die von den Schalen befreiten Kerne! 💘💘💘


Was für ein netter Kerl er doch ist! 😉


MfG L.E.

Keine Wanderfalken ?

Die Vogelwelt ist immer für eine Überraschung gut.
Bekanntlich brüten an dem EMR-Gebäude seit Jahren die Wanderfalken. Speziell für diese seltenen Greifvögel ist an der Außenfassade ein Nistkasten angebracht. Heute wollte ich danach gucken. Dort schien es erst keinerlei Aktivitäten zu geben. Enttäuscht wollte ich mich wieder davon machen. Plötzlich lugte dann doch etwas um die Ecke. War aber kein Wanderfalken. Kurzzeitig war dann auch hier ein Jungvogel zu erkennen.

Silberreiher – Typ Modesta.

Heute im Enger Bruch min. 3 Silberreiher, ganz hinten auf der Kranichwiese.

1 Exemplar mit stark ausgeprägten Schmuckfedern, was meine Aufmerksamkeit weckte.

Schnell mal draufgehalten und die Fotos geprüft. Scheint sich wohl um einen Typ Modesta zu handeln.


Limikolen gab es auch wieder zu bestaunen, hier mal eine kleine Collage aus den Belegfotos:

FlussregenpfeiferBruchwasserläufer
KampfläuferGrünschenkel


MfG L.E.

Kurz mal in’s Bruch.

Die „Wetterlotterie“ wusste heute mal wieder nicht was Phase ist…

Als dann die Sonne rauskam, schnell eine Runde ins Enger Bruch.

Direkt einen neuen Fotografen-Kollegen kennengelernt, Gruß an Christian!


Die Rauchschwalben drehen fleißig ihre Runden und es wird Baumaterial von der Kranichwiese geholt.


Ich hatte nicht damit gerechnet, aber das Stockenten Paar hat immer noch alle 13 Pullis im Schlepptau!


Die Goldammern werden langsam etwas weniger scheu, da die Reviere verteidigt werden müssen, sie fangen auch endlich an zu singen.


Diesen kleinen Flieger musste ich einfach ablichten. Ein Wollschweber suchte bei der Brücke Nahrung an kleinen Blüten.


MfG L.E.

15.04.2026 GT Herzebrock-Heerde

Seeadler auf Gänsejagd: Nördlich des kanalisierten Axtbaches liegt eine ca. 1km² große Ackerfläche, deren bachseitige Fläche eine Feldgrasfläche ist, auf der z.Z. noch eine 250 m² große wassergefüllte Senke besteht. Der angrenzende, höhere Bereich wird seit Jahren als Maisacker genutzt, wie das Umfeld auch. Der Umstand, dass keine Wege in das Gebiet führen und die meist monatelang bestehende Wasserfläche, sorgen dafür, dass hier im Winterhalbjahr diverse Gänsearten (in Summe 30-250 Ind.) ihren Nahrungs- & Ruhebereich haben und auch Kiebitze, Silber- & Graureiher sowie zur Brutzeit ein Rohrweihenpaar in einer kleinen Schilffläche zu sehen sind. Ein Blick über diese Fläche lohnt sich somit meistens – und doch gab es heute eine Überraschung. Bei meiner Ankunft herrschte Aufregung. Das Dutzend brütende Kiebitze war in der Luft, dazu fast alle der 16 Graugänse und 1 Graureiher aufmerksam mit vorgerecktem Hals fliegend, zusammen mit einem der Weißstörche des 2 km entfernten Horstes. Darüber kreisten das ansässige Rohrweihenpaar, 2 Rotmilane sowie 3 Mäusebussarde. War diese ungewöhnliche Greifvogelversammlung der Aufreger? Nein, denn die Erklärung kam hinter dem angrenzenden Feldgehölz hervorgeschossen, auf eine der beiden Rostgänse an der Blänke zu. Ein adulter, voll ausgefärbter Seeadler – hier mitten in der ausgeräumten Agrarlandschaft, fern aller Brutreviere. Es folgte eine rasante Verfolgung im Bogen über das Gebiet über ca. 2 km, bis es der schnelleren Rostgans gelang den Seeadler zwischen einer Gehölzgruppe abzuschütteln. Der Seeadler nahm übergangslos einer der sitzenden 4 Nilgänse auf der Fläche ins Visier und es folgte eine minutenlange Verfolgung in mehreren Runden von etwa 1 km Durchmesser über dem Gebiet. Die Nilgans konnte offensichtlich nicht schneller fliegen als der Seeadler und musste durch Wendigkeit mehreren Zugriffsversuchen entgehen, unternahm aber überraschenderweise kein Versuch zwischen/in die Gehölze zu entkommen oder in den „Erlentunnel“ des Axtbaches oder tauchend im Bach selber (auf Gewässern öfter zu sehen) zu entkommen. Letztendlich gelang dem Seeadler die sichtlich ermüdete Nilgans in der Luft von hinten zu greifen. Interessant war auch, dass das Nilganspaar mit seinen kleinen Jungen an der völlig offenen Blänke und neben der attackierten Rostgans gänzlich unbeachtet blieb. Bemerkenswert war zudem, wer sich während der Seeadlerattacke ruhig und wenig beeindruckt verhielt. Die anwesenden Kanadagänse schauten nur bei nahen Überflügen auf und grasten ansonsten weiter, die vorher verfolgte Rostgans setzte sich wieder an die Blänke, ebenso der Graureiher, die Graugänse und Kiebitze. Die verbliebenen Greifvögel und der Weißstorch blieben in der Luft über dem Geschehen. Eine spannende Viertelstunde!

Michael Pieper