Nicht in OWL, aber höchst interessant: auf dem Essener Baldeneysee, einem Ruhrstausee, sah ich am 2. Weihnachtstag beidseits des „Vogelschutzgebietes“ dutzende von tauchenden Blässhühnern. Ich war verwundert, dass die eingestreuten Schnatterenten einzeln oder paarweise gerne die unmittelbare Nähe der Blässhühner aufsuchten, so dass oft ein Blässhuhn von ein bis zwei Enten umgeben war. Ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen. Dann stellte ich fest, dass die Schnatterenten sich gezielt über abgerissene Pflanzenteile, die von den Blässhühnern im Zuge ihrer Tauchgänge an die Oberfläche befördert wurden, hermachten. Dass dies mitunter Abwehrreaktionen der Blässhühner hervorrief, versteht sich von selbst. Dieses als Kommensalismus zu bezeichnende Verhalten (mit Anklängen von Parasitismus, wer weiß?) ermöglicht es den Enten, in tieferen, zum Gründeln ungeeigneten Gewässerabschnitten an Nahrung zu gelangen, die ihnen sonst vorenthalten blieb, ihnen jetzt aber buchstäblich vor den Schnabel gelegt wird, und dann noch erntefrisch.
Leider hatte ich keine Kamera dabei.
Einen Tag vorher hatte ich bereits auf dem Kemnader Stausee (Bochum), wo die Zahl der Blässhühner und Schnatterenten noch um ein Mehrfaches höher liegt als auf dem Baldeneysee, eine solche Vergesellschaftung von Blässhühnern und Schnatterenten festgestellt. Ich hatte dort aber nicht intensiv genug hingeschaut um beurteilen zu können, ob die Enten dort ein ähnliches Verhalten zeigen wie in der Nachbarstadt.
Ist ein solches Verhalten von Euch und Ihnen schon mal beobachtet worden oder anderweitig bekannt?
Viele Grüße
Holger Sonnenburg























