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„Was nicht passt, wird passend gemacht.“


Hohltauben lieben Schwarzspechthöhlen. Ihre Fortpflanzung ist in weiten Teilen Mitteleuropas sogar von diesen abhängig. Wenn der Specht aber nicht mehr interessiert ist, die Höhle weiter zumindest als Schlafplatz zu nutzen, und deshalb die Öffnung nicht gelegentlich „anfrischt“, wird der Eingang jedes Jahr etwas enger. Die Hohltaube ist dann für die typischerweise leicht ovale Öffnung zu breitschultrig. Sie nutzt dann innovativ den etwas größeren Vertikaldurchmesser, kippt dabei etwas seitlich und dreht sich so durch die Öffnung, was ich hier im Staatsforst Vlotho einmal festhalten konnte. Es gibt Beobachtungen, dass Habichte auf Hohltaubenhöhlen ansitzen und die Verzögerung durch die notwendige Verdrehung beim Einflug in die Höhle zur Attacke nutzen. Carsten Cordes

Löffelenten Dümmer




Spektakuläre Verfolgungsjagden kann man zur Zeit über den Feuchtwiesen im Ochsenmoor beobachten. Männliche Löffelenten fliegen wohl im Rahmen von Revierabgrenzungen hintereinander her. Zunächst reckt sich ein Erpel empor, gibt ein leises „Knurren“ von sich (als wollte er sagen: „Junge, zieh dich warm an, jetzt komme ich“) und dann wird der Konkurrent angeflogen und vertrieben.

A. Bader

Ornithologischer Sammelbericht Lippe 2020



 

Seit ein paar Wochen ist der 26. ornithologische Sammelbericht für den Kreis Lippe erhältlich. Ihm liegen sagenhafte 26.790 Beobachtungen aus 2020 zugrunde, 9000 mehr als sonst üblich. So manch eine seltene Art wurde häufiger gemeldet als in den Vorjahren. Auch wenn die großen Brüller im Gegensatz zu 2019 fehlten, gab es doch so manch eine spannende Art, etwa Brachpieper, Sumpfohreule, Wiedehopf und Waldsaatgans. Die Brutsaison an der Weser bescherte uns erneut erfolgreiche Bruten von Austernfischern, Flussseeschwalben und Silbermöwen. Auch im „Binnenland“ war es spannend. So gab es gleich an drei Stellen Wachtelkönig-Nachweise. Als Schmankerl gab es einen Schwarzzügelibis zu bewundern (Foto. Frieder Morgenstern). Zum Jahresabschluss gab es als Höhepunkt dann noch eine Ringschnabelente, die erste seit 1978 in Lippe.

 Die Ironie des Schicksals bringt es mit sich, dass noch nie so viele Nadelwaldbewohner gemeldet wurden, was angesichts des großflächigen Verlustes der Fichte überraschen mag. Die nur scheinbar hohen Bestände von Goldhähnchen, Tannen- und Haubenmeise sowie Sperlingskauz konzentrieren sich nun auf die zusammengeschrumpften Reste geeigneter Habitate, wo sie umso leichter nachgewiesen werden können.

Diese und viele weitere Beobachtungen sind im zum download bereitgestellten Sammelbericht 2020 in kommentierter Form nachlesen. Ein gedrucktes Schwarzweiß-Exemplar ist für 6 in der Biologischen Station erhältlich. Allen 200 MelderInnen sei herzlich gedankt!

Der Bericht ist ein Gemeinschaftswerk von NABU Lippe und der Biologischen Station Lippe. Er enthält neben Auflistungen von Beobachtungsdaten auch eine Reihe von Belegfotos, Verbreitungskarten (hier als Beispiel: Neuntöter) und erläuternde Kommentare.

Viel Spaß beim Durchstöbern

Holger Sonnenburg (Biologische Station Lippe)

 

Natur-Doku „Der Wilde Norden – Das Mindener Land“ heute im WDR

Hallo OWL-Birder,
 
die meisten von Euch kennen den Landstrich natürlich aus dem Eff-Eff – aber vielleicht ist bei unserer Natur-Doku „Der Wilde Norden – Das Mindener Land“ heute, Dienstag, um 20.15 Uhr im WDR doch noch die eine oder andere Überraschung dabei. Es geht ja nicht nur um Vögel, sondern auch um Gelbbauchunken, Bienenwölfe, Biber undundund…
Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn Ihr einschaltet! Viel Spaß beim Zuschauen!
Viele Grüße
Svenja und Ralph Schieke von MacroTele-Film aus Steinhagen
 
PS. In eigener Sache: Nach 24 Jahren steht beim WDR der Sendeplatz “Abenteuer Erde” auf der Kippe. Es geht wie immer um Quoten und damit verbunden um Etatstreichungen für den Naturfilm. Wenn Euch die Filme gefallen und Ihr auch weiterhin das WDR-Angebot nutzen möchtet, könnt Ihr ein Lob unter abenteuer.erde@wdr.de loslassen. Die Chefetage beim WDR liest mit!